Ambiguität

ambiguitätstoleranz

Ambiguität heisst Mehr- und Zweideutigkeit. Die Ambiguitätstoleranz beschreibt die menschliche Fähigkeit auf Spannungen, unsichere Situationen, unterschiedliche Erwartungshaltungen gelassen zu reagieren und diese vorerst wertfrei zu begreifen. Man könnte auch sagen, dass sie die kognitive und emotionale Elastizität beschreibt. Eine geringe Ambiguitätstoleranz geht einher mit Schwarz-Weiss-Bewertungen  zu einem inneren oder äußeren Ereignis: ‘So muss es/ich sein’, ‘nur so ist es gut’ ‘das geht gar nicht’ usw. Solche Bewertungen bringen uns oftmals in emotionale und geistige Einbahnstrassen. Theodor Adorno sieht eine Korrelation zwischen einer hohen Ambiguitätstoleranz und einem demokratischen Geist.

Je komplexer und anspruchsvoller unser Leben, unsere  (Arbeits-) Beziehungen, unsere Interessen  und Bestrebungen sind, desto wichtiger ist es,  eigene Wertvorstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls neuen Situationen anzupassen. Die Entwicklung einer persönlichen Ambiguitätstoleranz  oder Elastizität ist eine wesentliche Voraussetzung für menschliches Lernen und Umdenken. Sie hilft uns schwierige, ambivalente und nicht greifbare Situationen sowie unterschiedlich gestellte Anforderungen zu verstehen, anzunehmen und so unser Wahrnehmungsfeld für das, was ist, zu erweitern.