ambiguität

Desidentifikationsübung

Die Desidentifikationsübung geht zurück auf R, Assagioli. Sie  dient dazu, starke Anhaftungen an Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen zu überwinden und zurück zum eigenen Zentrum des Gewahrseins zu erlangen. Damit erlangen wir einen ‘gesunden Abstand’ zu unseren inneren Prozessen und können diese flexibler steuern.

Zur Durchführung dieser Übung nehmen Sie sich 15 – 20 Minuten Zeit, setzen oder legen Sie sich dazu an einen ruhigen Ort, starten Sie mit der Beobachtung Ihres Atems und sprechen Sie die Sätze nacheinander. Zwischen den Sätzen nehmen Sie sich einen Atemzug lang Zeit, um den Satz zu verinnerlichen.

Eine ausführliche Version der Übung können Sie gerne bei uns als angeleitete Meditation als MP3 bei uns erhalten.

Die Übung

„Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper. Ich kann meinen Körper sehen und fühlen, und was gesehen und gefühlt werden kann, ist nicht der wahre Sehende. Mein Körper kann müde oder erregt, krank oder gesund, schwer oder leicht, angstvoll oder ruhig sein, aber das hat nichts mit meinem inneren Beobachter, dem Zeugen, zu tun. Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht (nur) mein Körper.

Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle. Ich kann meine Gefühle empfinden und spüren, und was empfunden und gespürt werden kann, ist nicht der wahre Empfindende. Gefühle kommen und gehen, aber sie berühren meinen inneren Inneren Beobachter nicht, den Zeugen. Ich habe Emotionen, aber ich bin nicht die Emotionen.

Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken. Ich kann meine Gedanken sehen und erkennen, und was erkannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Gedanken kommen mir und gehen wieder,

aber sie berühren meinen innerer Beobachter nicht, den Zeugen. Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht Gedanken.

Danach die Affirmation, so konkret wie möglich: Ich bin das, was übrig bleibt, ein Zentrum reinen Gewahrseins, der Beobachter, der unbewegte Zeuge all dieser Gedanken, Gefühle und Empfindungen“.

(nach: K. WILBER: Mut und Gnade 1992)