dialog

arbeit 4.0

Digitalisierung, Generation Y, crowdworking, Work-Life-Balance, Scrum, Wissensgesellschaft, Mensch-Maschine-Kommunikation, blended learning, design thinking, avatar – coaching, virtuelle Teams: All das sind Begriffe, die aus unserer hohen technologischen Entwicklung entstanden sind und neue Arbeitsformen nötig machen und auch versprechen. Viele Chancen liegen darin um Arbeitsbeziehungen stärker auf individuelle Sichtweisen anzupassen, Selbstverantwortung zu fördern, anstatt der Ordnung hierarchischer Strukturen zu folgen. Prozesse und Produkte können intuitiver gestaltet werden und die gesamte Bandbreite des menschlichen Geistes von intuitivem Erkennen über empathisches Wahrnehmen  bis hin zur klaren Analysefähigkeit findet in dem Dialog der ökonomischen Gemeinschaften seinen Platz.

Ein Traum 4.0:

Fortschritt wird werteorientiert generiert und dabei, ganz nebenbei, persönliches Wachstum und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben erleichtert. Wohlbefinden und Seinszustände müssen nicht nur auf das Wochenende und den Urlaub beschränkt werden. Sind wir endlich soweit, dass wir die Früchte ernten die schon vor so langer Zeit gesäht wurden? Die Technologie kann auf unserer Seite sein, doch es bleibt der Mensch der diese für sich und sein Wohlbefinden nutzt oder sich von ihr beherrschen lässt.

Realitätscheck versus Mindset der Großeltern

Sigmund Freud hat in seinen entwicklungs- und persönlichkeitspsychologischen Betrachtungen eine sehr interessante Erkenntnis entwickelt: Die Über-Ich Entwicklung, also die Entwicklung moralischer Instanzen und Werte findet frühkindlich im Alter von 3 – 6 Jahren statt. Dabei übernehmen wir, beinahe ungefiltert, die moralischen Instanzen und Überzeugungen unserer Eltern und machen sie zu unseren eigenen. Da auch unsere Eltern dieses getan haben, leben wir mit einer Werteordnung, die den Realitäten unserer Grosseltern entspricht; nicht gerade zeitgemäß. Es ist eine radikal konservative Erkenntnis die uns aus der Generation Baby Boomer und Golf ein moralisches Mindset unterstellt, dass aus einer Zeit stammt, in der die Idee von Leadership noch nicht existent war und  Management hiess, Prozesse und Abläufe zu befolgen und gewinnbringend zu optimieren. In dieser Zeit wurde Individualität und selbstverantwortliches Handeln vor den Werkstoren und Betrieben abgestellt. Immerhin  gab es schon die Gewerkschaften als institutionelle Autorität für soziales Handeln.

Es ist Zeit, uns zu vergegenwärtigen.