gestalten

zukunft antizipieren

Zwei Eigenschaften unterscheiden laut der Evolutionsbiologie den Menschen von der Tierwelt: Erstens die Fähigkeit Werkzeuge herzustellen und zweitens die Fähigkeit Dinge vorausschauend zu denken, also zukünftige Ereignisse zu prognostizieren, zu antizipieren. Damit können Menschen planerisch ihre Zukunft gestalten und ihr Leben an (gewünschten) zukünftigen Anforderungen ausrichten.
Die Geschichte der ‚Werkzeugentwicklung’ in der Psychologie ist auch eine Zeit- Geschichte. Während die psychoanalytischen Werkzeuge auf die Aufhebung von traumatischen Erlebnissen aus der Kindheit ausgerichtet waren, fokussieren die gestalttherapeutischen Methoden (sowie andere humanistische Schulen)  des Freud Schülers Fritz Perls  stark auf das Erleben und die Wahrnehmung von körperlichen und geistigen Zuständen in der Gegenwart. Die Gestaltpsychotherapie ist dabei stark von buddhistischen Lehren und der buddhistischen Psychologie, dem Abbidharma, inspiriert.

Als erste Methode hat das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) die Dimension von Zukunft für persönliche sowie systemische  Entwicklung konzeptionell  in Werkzeuge und  Interventionen übersetzt. Dabei wurden theoretische Konzepte aus der Systemtheorie und Kybernetik, sowie methodische Ansätze insbesondere aus der Gestaltpsychotherapie und der Hypnotherapie als Erkenntnisgrundlage genutzt.

NLP  hat damit die menschliche Fähigkeit der Antizipation von Zukunft in die Welt der mentalen Veränderungsarbeit gebracht. Zu recht versteht es sich deswegen auch als Meta-Lernmodell. Aufgrund der schnellen Heilsversprechungen, teilweise scharf kritisiert, wäre die Entwicklung von psychologischen Anwendungsbereichen wie z.B. Lernen, Gesundheit, Coaching, Personalentwicklung und Leadership ohne NLP nicht dort, wo sie heute ist.

Aus heutiger neurowissenschaftlicher Erkenntnislage wissen wir, das sämtliche Entwicklungen nur möglich sind, wenn bei der Veränderungsarbeit alle drei Zeiten angemessen Berücksichtigung finden.