Integration

human diversity is a resource, not a handicap
M. Mead

diversity

Wir stehen augenblicklich vor enormen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen. Diese zu meistern, braucht ein neues Verständnis von gesellschaftlichem Zusammenleben und angemessenen Arbeitsformen. Debatten und erste Beispiele für zukunftsfähige Organisationen sind sehr gegenwärtig, wie z.B. der Dialog zu Arbeit 4.0 oder die wachsende Start-Up Szene in Berlin, mit einigen vielversprechenden Organisationsformen zeigen.

Sowohl in Organisationen als auch im gesellschaftlichen Diskurs ist es dabei wichtig, dass grundlegende Werte unseres Zusammenlebens wie eine akzeptierende Haltung, Respekt und die Achtung unterschiedlicher Persönlichkeiten mit deren Lebensrealitäten, Anschauungen, Talenten und Ressourcen gelebt und geschätzt werden. Genauso wichtig ist es, kulturelle Errungenschaften wie Gleichberechtigung, die Wahrung von Persönlichkeitsrechten und soziale marktwirtschaftliche Prinzipien aufrecht zu erhalten.

In der Integrationsdebatte wird häufig der Begriff  ‘Integration’ infrage gestellt. Denn anders als bei der individuellen Integration geht es hier nicht in erster Linie um die Inkorporation aller Fähigkeiten und Ansichten in eine Masse, sondern eher darum die Unterschiedlichkeiten anzuerkennen – manchmal auch auszuhalten – und damit alle Talente, Ressourcen, Lebensentwürfe als gesellschaftliche Entwicklungsressource zu verstehen. In der Anerkennung und Akzeptanz der unterschiedlichsten Talente liegt hier die Kraft.

Gesellschaftliche wie organisatorische Entwicklungsprozesse brauchen für deren Gelingen die In-Frage-Stellung bisheriger Positionen, Strukturen, Abläufe, Institutionsformen und Einstellungen: Sind wir noch zeitgemäß?

Dabei sollten möglichst alle gesellschaftliche Gruppierungen mit deren Werten und Befürchtungen ernst genommen werden, um eine soziale, dynamische, demokratische, ökonomisch gesunde und zukunftsfähige Gesellschaft zu gestalten. 

Es sind komplexe Problem- und Fragestellungen. Antworten werden nicht einfach sein, dennoch braucht es gangbare Lösungen. Die Komplexität fordert eine hohe Ambiguitätstoleranz des Einzelnen und des Kollektivs. Ausserdem braucht es die Fähigkeit, sich zu vergegenwärtigen, sich gesellschaftlich, ökonomisch und individuell zu aktualisieren und den gegebenen Realitäten proaktiv zu stellen.

Fangen wir damit an uns selbst Fragen zu stellen und in den Dialog zu treten. Unsere Wahrheit als unsere Wahrheit zu erkennen und offen für die Ansichten des Anderen zu sein, um so einen gemeinsame Prozess zur Antizipation der Zukunft zu gestalten . So können sowohl selbstverantwortliche als auch gemeinsam getragene Wege entstehen.