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Innere Dynamiken und zeitliche Ausrichtungen

Dynamiken sind ein wesentlicher Bestandteil psychischer und neurologischer Bewegung

Physikalisch beschreibt der Begriff der Dynamik die Wirkung von Kräften aufeinander. Sigmund Freud hat als erster die Psychodynamik als ein Spiel verschiedener innerer Kräfte beschrieben. Seine psychodynamischen Persönlichkeitskonzepte vom Unbewussten, Vorbewusstsein und Bewusstsein sowie das spätere Konzept von Es, Ich und Über-Ich als interne Pro- und auch Antagonisten unserer Persönlichkeit sind zwar so heute nicht mehr gültig, doch geben sie eine Idee davon, was für unterschiedliche Kräfte, Vorstellungen und Wünsche sich in uns bewegen und im Sinne der psychischen Ökonomie nach Ausgleich streben.
Heute weiß man aus den kognitiven Neurowissenschaften, dass das Wechselspiel zwischen lang erlernten Gewohnheiten und Überzeugungen einerseits (oft unbewusst) und der Entwicklung von neuen Verhaltensweisen und Lebensentwürfen andererseits (bewusste Entscheidungen) eine herausfordernde innere Dynamik darstellt.

Vergangenheit gegen Zukunft

Dabei erzeugen oft die alten verselbständigten, vielleicht nicht mehr adäquaten, Überzeugungen und Emotionen eine stärkere innere Wirkung als die gewünschten persönlichen Veränderungen. Insbesondere unser Denken, unser kognitiver Apparat, zeigt die Neigung Erfahrungen und Geschehnisse mit Gewesenen zu vergleichen und so zu sortieren. ‘Das ist so, weil…’ , ‘Das war so wie neulich als….’, ‘Das erinnert mich an….’. Solche Bewertungen sind im Sinne des inneren Gleichgewichts stabilisierend. Gleichzeitig sind sie unökonomisch im Sinne der Entwicklung: Durch die sprachlichen Vergleiche mit alten Situationen werden diese verstärkt und neuen Erlebnisräumen wird die Kraft der Veränderung/ des Neuen beraubt. Anders ausgedrückt: Die Vergangenheit festigt ihren Realitätsanspruch gegenüber der Gegenwart und der Zukunft.

Zukunftsdynamik

Jede Exit – Strategie aus eingefahrenen Gewohnheits- und Denkmustern beginnt mit einem bewussten Erkennen, einer persönlichen Reflexion, mit einem inneren ‚Stopp!’ und der Frage: Was passiert hier gerade? Ist meine Reaktion sinnvoll?

Einen inneren Beobachter zu etablieren, ist ein wesentlicher Meilenstein, um erlernten, eingefahrenen Dynamiken zu begegnen und diese ökonomisch, im Sinne des persönlichen (und auch kollektiven) Wohlbefindens und Strebens zu formen. Einen mentalen Raum zu schaffen, der Platz für neue Gedanken und Verhaltensweisen lässt.

Für die Veränderungsarbeit bedarf es sinnesspezifisch klare und individuell passgenaue Entwürfe/ Konzepte/ Ziele, die auch auf tieferen unbewussten neuronalen Ebenen verankert werden und dort Wirkung erzeugen. Dieses gilt sowohl für Individuen als auch für Teams und Organisationen.

Fragen zur Entwicklung von Zukunftsdynamiken:

Fokussieren was sein soll:

Was ist meine/ unsere Vision?
Was für ein inneres Erleben erzeugt die Vorstellung, die Vision zu leben?
Welche Werte lebe ich/ leben wir, wenn die Vision Alltag ist?

Wahrnehmen was ist:

Wo stehe ich jetzt im Hinblick auf diese Vision?
Was sind die drei größten (persönlichen/ organisatorischen) Hindernisse, die Vision zu verfolgen? Wie gehe(n) ich/ wir damit um?
Welche Aktivitäten, Denkmuster und Werte stabilisieren die Vision?
Wer unterstützt mich/ uns dabei?

Gestalten: Loslassen, Modellieren, neue Räume und Wege gestalten

Welche gelebten Gewohnheiten/ Prozesse möchte ich/ möchten wir aufrecht erhalten?
Was bin ich/ sind wir bereit aufzugeben?
Was sind die nächsten Schritte, wie können diese gestaltet werden?
Welche meiner/ unserer liebgewonnenen Routinen bedürfen einer Überprüfung?
Welche Routinen möchte ich auf dem Weg zu meiner Vision etablieren?

Machen: Ziele ins Leben bringen

Mit welchem machbaren Schritt kann ich/ können wir jetzt starten?
Wer oder was unterstützt mich dabei, am Ball zu bleiben?
Welche sozialen Verabredungen kann ich mit wem treffen, um am Ball zu bleiben?
In meinem Tempo, in meiner Geschwindigkeit: Was tue ich täglich, wöchentlich, monatlich für die Verwirklichung?
Womit starte ich? Jetzt!

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